Signaletik orientiert, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

Sie trägt zur Identität eines Ortes bei und schafft einen Bezug zwischen dem Raum und den Nutzer:innen. Dabei werden die architektonischen Ideen aufgegriffen und mit den Anforderungen der verschiedenen Nutzer:innen verbunden. Vom Schulhaus über Wohnüberbauungen bis zum öffentlichen Gebäude.

Leistungen

Analyse

Architektur, Nutzergruppen und Erschliessungsstruktur werden vor Ort analysiert und anhand von Projektplänen erfasst.

Konzept

Systemlogik, Gestaltungssprache und erste Kostenschätzung entstehen als zusammenhängendes Ganzes.

Realisierung

Von der Ausführungsplanung bis zur Montagekontrolle.

Typologien

Schulhäuser, Wohnüberbauungen, Verwaltungsbauten, Hotels oder Areale.

Ausgewählte Projekte

Weitere Projekte von Schulhäusern, Wohnüberbauungen,
Gewerbebauten und öffentlichen Räumen.

Ein Signaletikprojekt beginnt mit einer Analyse vor Ort. Daraus entsteht ein Konzept mit einer klaren Systemlogik, einer eigenständigen Gestaltungssprache und einer ersten Kostenschätzung für die Umsetzung der Arbeiten. Die Zusammenarbeit orientiert sich an den SIA-Phasen und verläuft idealerweise parallel zu den Planungsarbeiten der Architektur.

Die enge Zusammenarbeit mit Architektur und Generalplanung ist Bestandteil aller Phasen.

Phase Schwerpunkt Leistungen
SIA 31 Vorprojekt / Konzept

Analyse. Grobkonzept. Wegweisung.

Analyse der Nutzergruppen, Gebäude- und Erschliessungsstruktur, Grobkonzept Signaletik, erste Standortanalyse, Aussenwegweisung.

SIA 32 Bauprojekt

Typologie. Gestaltung.

Detaillierte Signaletiktypologie, Signaletikverzeichnis, Materialisierung, Layouts Innen- und Aussenbereich, Einbezug Corporate Branding, Piktogramme, Situationspläne, Abstimmung mit Behörden (z.B. Denkmalpflege).

SIA 41 Ausschreibung

Ausschreibung. Vergabe.

Erstellung Signaletikpläne, Stücklisten, Material- und Produktionsdetails, Offertunterlagen, Unternehmerliste, Begleitung Vergabe.

SIA 51 Ausführungsplanung

Planung. Bemusterung. Freigabe.

Detailpläne, Reinzeichnungen, Bemusterungen, Abstimmung mit Unternehmer, Freigaben.

SIA 52 Realisierung / Fachbauleitung

Koordination. Montage. Abnahme.

Koordination Produktion, Montagekontrolle, Abnahme aller Elemente inkl. Eingangsstelen, Aussenwegweisung.

SIA 53 Abschluss

Dokumentation.

Abschlussdokumentation.

Prozess und Zusammenarbeit
In welcher SIA-Phase erfolgt der Einbezug der Signaletikplanung?
Am besten bereits im Vorprojekt, damit ein gemeinsames Verständnis für das architektonische Projekt erarbeitet wird und die Signaletik gestalterisch auf die räumlichen Absichten der Architektur abgestimmt werden kann. Besteht das Bedürfnis, Signaletikelemente direkt mit dem Gebäude zu verbinden, lohnt sich eine frühe Zusammenarbeit ebenfalls. Häufig sind besondere Materialien oder bauliche Vorkehrungen notwendig, um Beschriftungselemente optimal in die Architektur zu integrieren. Bei Institutionen mit klaren CI-Vorgaben ist ein Einstieg auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
Wer sind die wichtigsten Ansprechpartner bei Signaletikprojekten?
Der Einstieg in ein Projekt erfolgt oft über das Architekturbüro. Der Austausch mit den Architekt:innen ist bei Umbauten und Neubauten von Vorteil. Bei Gemeinden und öffentlichen Bauten wird der Auftrag manchmal auch direkt über die Bauherrschaft abgewickelt.
Wie läuft ein typisches Signaletikprojekt ab?
  • Analyse: Architektur, Nutzung, Nutzergruppen und Orientierungsbedürfnisse werden erfasst.
  • Konzept: Gestaltungsprinzipien, Systemlogik und erste Entwürfe werden erarbeitet.
  • Bemusterung: Materialien, Schriften und Befestigungen werden festgelegt.
  • Ausführungsplanung: Detailpläne, Sign Schedule und Montagepläne werden erstellt.
  • Realisierungsbegleitung: Koordination mit Hersteller, Qualitätskontrolle.
Kosten und Offerte
Wird mit der Honorarofferte auch gleich eine Kostenschätzung für die Umsetzung erstellt?
Eine verlässliche Kostenschätzung für die Umsetzung ist erst nach der Erstellung des Signaletikkonzepts möglich, sie hängt direkt von der Materialwahl, der Anzahl Elemente, der Hersteller und dem Montageaufwand ab.
  • Offerte Signaletikplanung: Honorar für Konzept, Ausführungsplanung und Realisierungsbegleitung.
  • Kostenschätzung Umsetzung ±30%: geliefert zusammen mit dem Konzept (SIA Phase 31).
  • Kostenvoranschlag ±10%: nach Bemusterung und Herstelleranfragen (SIA Phase 32).
Leistungen und Konzept
Was ist ein Signaletikkonzept und was enthält es?

Das Signaletikkonzept legt fest, wie ein Gebäude oder Areal beschriftet wird — inhaltlich, gestalterisch und räumlich.

  • Systemlogik: Informationsebenen (Areal, Gebäude, Stockwerk, Raum)
  • Gestaltung: Typografie, Farben, Piktogramme, abgestimmt auf die Architektur
  • Trägertypen: Schildtypen, Materialien, Befestigungen
  • Flussdiagramm / Wegführung: Bewegung der Nutzer:innengruppen im Raum
Was ist ein Signaletikverzeichnis und wozu dient es?
Die vollständige tabellarische Auflistung aller Beschriftungselemente wird Signaletikverzeichnis (Sign Schedule) genannt. Sie enthält die Informationen für sämtliche Signaletikelemente, deren Inhalte und die Verortung innerhalb der Gebäude oder Areale: Signaletiktypen und -standorte, Inhalt, Material, Grösse, Menge und Montagestatus. Sie bildet das zentrale Dokument für die Produktionsfreigabe durch den Besteller und für die Montagevorbereitung durch Hersteller und Bauleitung.
Welche Unterlagen liegen nach Fertigstellung eines Projekts vor?
Konzeptphase:
  • Signaletikkonzept (PDF, Präsentation)
  • Gestaltungsraster / Moodboard
  • Erste Kostenschätzung Umsetzung (±30%)
  • Ausführungsphase:
  • Signaletikverzeichnis (Sign Schedule)
  • Ausführungspläne (Lageplan, Detailpläne, Montagepläne)
  • Druckdaten für Hersteller (Vektordateien)
  • Kostenvoranschlag Umsetzung (±10%)
  • Abschluss
  • Revisionsunterlagen / As-built-Dokumentation
  • Pflegehinweise und Systemdokumentation für Mieterwechsel
Was ist ein Signaletik-Audit und für wen eignet es sich?
Ein Signaletik-Audit ist eine Kurzanalyse für bestehende Gebäude oder Areale ohne laufendes Bauprojekt. In einem Rundgang vor Ort wird die aktuelle Situation systematisch erfasst: Was orientiert? Was verwirrt? Was fehlt? Was ist sicherheitsrelevant? Das Ergebnis ist ein prägnantes Dokument mit Fotos und einer Einschätzung zum zeitlichen Handlungsbedarf. Auf der Grundlage des Audits können die nächsten Schritte gezielt geplant werden. Ein Audit wird meist zu einem Fixpreis angeboten. Das Audit bietet sich für Bauherrschaften, Gemeinden oder Institutionen an, die ihr bestehendes Orientierungssystem einschätzen lassen möchten, ohne direkt ein grösseres Projekt zu beauftragen. Typische Situationen können Beschwerden von Nutzer:innen sein oder Umbauten, nach denen das bestehende System nicht mehr funktioniert.
Materialien und Technik
Wie erfolgt die Materialwahl für die Signaletikelemente?
Das Material wird immer auf die Architektur und die Nutzung abgestimmt. Gewisse Räume erfordern eine kontrastreiche Besucherführung, andere lassen eine zurückhaltende Signaletiksprache zu. Die Langlebigkeit der Beschriftung ist ein weiteres Kriterium bei der Materialwahl, welches nicht immer notwendig ist: Beschriftung kann auch temporär oder kurzfristig stattfinden. Mögliche Materialien für Beschriftungselemente: Mit Schablonen gemalte Elemente direkt auf Wand oder Boden, aus Klebefolien geschnittene Schriftzeichen, mittels Siebdruck applizierte Zeichen oder Muster, Metallelemente aus Aluminium, Messing oder Stahl, individuell hergestellte Zeichen aus Keramik, Holz oder Beton.
Sind die Systeme bei Nutzer- oder Mieterwechseln anpassbar?
Für Gebäude, in denen die Nutzung regelmässig wechselt oder eine grosse Flexibilität in der Beschriftung gefordert ist, ermöglichen modulare Schildersysteme kostengünstige Anpassungen ohne grundlegende Neuplanung. Die Anforderungen an die Flexibilität der Signaletik sind bei Projektstart durch die Auftraggeber festzulegen.
Kann Signaletik auch mehrsprachig angewendet werden?
Für gewisse Nutzungen ist eine mehrsprachige Signaletik oder eine auf Piktogramme beschränkte Signaletik von Vorteil. In touristischem Kontext bietet sich die Mehrsprachigkeit an (z.B. DE/EN), in Umgebungen mit mehreren Sprachgruppen kann sich die Signaletik auf Piktogramme reduzieren, um für möglichst viele Nutzer:innen lesbar zu bleiben. Die Anforderungen werden bei Bedarf von Beginn an im Konzept berücksichtigt.
Barrierefreie Signaletik
Was bedeutet barrierefreie Signaletik?
Barrierefreie Signaletik stellt sicher, dass sich alle Nutzer:innen in einem Gebäude orientieren können, unabhängig von körperlichen oder kognitiven Einschränkungen. Sie ist kein Sonderfall, sondern Bestandteil jedes sorgfältig geplanten Orientierungssystems. Die Grundlage bildet die SIA 500 «Hindernisfreie Bauten». Diese definiert verbindliche Anforderungen an Beschriftungen, Kontraste, Montagehöhen und taktile Elemente. Weiterführende Informationen: hindernisfreie-architektur.ch
Welche Massnahmen umfasst barrierefreie Signaletik konkret?

Sehbehinderung und Sehverlust

  • Kontrastreiche Typografie: Schriftgrössen, Kontraste und Montagehöhen richten sich nach den Vorgaben der SIA 500 — detaillierte Angaben unter hindernisfreie-architektur.ch
  • Gut lesbare serifenlose Schriften, Gross-/Kleinschreibung statt Vollversalien
  • Taktile Beschriftungen: erhabene Buchstaben und Brailleschrift an Türen, Aufzügen und Orientierungspunkten
  • Taktile Leitlinien und Aufmerksamkeitsfelder im Bodenbelag

Motorische Einschränkungen

  • Rollstuhlgerechte Montagehöhen für Beschriftungen und Orientierungspläne
  • Ausreichende Bewegungsflächen vor Informationselementen

Orientierung

  • Klare, einfache Sprache
  • Piktogramme als sprachunabhängige Ergänzung
  • Konsistente Systemlogik: gleiche Information wird immer gleich dargestellt
Wann müssen taktile Elemente eingesetzt werden?
Taktile Beschriftungen (erhabene Schrift, Braille) sind gemäss SIA 500 an bestimmten Elementen vorgeschrieben, insbesondere an Aufzugtableaus, Türbeschriftungen in öffentlich zugänglichen Bereichen sowie an taktilen Übersichtsplänen. Bei öffentlichen Bauten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen sind sie in der Regel Teil der Anforderungen. Bei Wohnbauten hängt der Umfang von Grösse und Nutzung des Gebäudes ab.
Welche Qualifikation wird für eine barrierefreie Signaletik benötigt?
Die Planung barrierefreier Signaletik erfordert fundiertes Fachwissen. Eine spezifische Weiterbildung in Signaletik und die Kenntnis der normativen Anforderungen der SIA 500 sind relevant, um mit den gestalterischen Möglichkeiten taktiler Elemente sowie den Bedürfnissen verschiedener Nutzer:innengruppen vertraut zu sein. Barrierefreiheit wird nicht als Einschränkung verstanden, sondern als Qualitätsmerkmal eines durchdachten Orientierungssystems.

Gute Signaletik entsteht in der Zusammenarbeit. Ich freue mich auf Ihr Projekt.

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